
Plantación - Lateinamerika und der Rausch der BioenergieDer Klimawandel, knapper werdende Ressourcen und steigende Rohstoffpreise heizen die Diskussion um Bioenergie in den letzten Jahren an. Die Ausstellung "plantación - Lateinamerika und der Rausch der Bioenergie" möchte mit 21 Roll-Ups auf die globalen Zusammenhänge des Bioenergie-Booms aufmerksam machen. Dieser führt u.a. in Lateinamerika zu verheerenden sozialen und ökologischen Folgen. Es werden die komplexen ökonomischen Ursachen und die zugrunde liegenden Agrarstrukturen dargestellt, welche diese Entwicklung bedingen. Einzelne Aspekte werden dabei anhand der Länder Brasilien, Kolumbien und Paraguay exemplarisch vertieft. Die Ausstellung gliedert sich in drei Themenkomplexe: - el mundo – die Welt
Ausgehend von der europäischen Debatte werden die Möglichkeiten, aber auch Grenzen der Bioenergie beleuchtet. Vor allem Lateinamerika bietet Potenziale, den steigenden Bedarf an Agrokraftstoffen zu befriedigen. Doch zu welchem Preis?
- la tierra – das Land
Ökologische Folgen: Die industrielle Landwirtschaft fördert die Bodenerosion. Mittels Gentechnik und Brandrodung werden sowohl neue Anbaugebiete erschlossen, als auch traditionelle Pflanzensorten verdrängt. Der Anbau von Energiepflanzen in Monokulturen erfordert den Einsatz von Düngemitteln sowie Pestiziden und führt zu einer enormen Monopolisierung der so genannten modernen Landwirtschaft. Soziale Folgen: Die Flächenkonkurrenz durch Agrokraftstoffe führt allgemein zu steigenden Nahrungsmittelpreisen. Lokal wird die traditionelle Landbevölkerung verdrängt, vertrieben und verliert ihre Existenzgrundlage. Mord und Folter sind keine Seltenheit.
- los caminos - Lösungswege
Einzelne Lösungsansätze wie die Möglichkeiten und Grenzen einer Zertifizierung, ein Moratorium für den Import von Agrokraftstoffen in die EU sowie das Leitbild Ernährungssouveränität werden diskutiert.
Für die Unterstützung danken wir: - dem Evangelischen Entwicklungsdienst,
- dem Katholischen Fonds,
- der Europäischen Union,
- dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),
- den Freundinnen und Freunde der MST,
- Eduardo Galeano und
- den vielen ehrenamtlichen Helfern.
Die Inhalte dieser Ausstellung liegen in der alleinigen Verantwortung der Autoren und geben in keiner Weise die Haltung der Fördermittelgeber wieder.
|